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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2017

Betrieblicher Umweltschutz

DMK betrachtet Umweltschutzauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und hat sich verpflichtet, den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. Der Ressourcenschutz ist ein wichtiges Anliegen des Unternehmens. DMK arbeitet mit einem Integrierten Managementsystem (IMS), das die Systeme Qualität, Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie kombiniert.

Umsetzung der neuen Umweltmanagementnorm

22 Standorte sind nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. DMK hat im Jahr 2017 an diesen Standorten die neuen Anforderungen der aktualisierten ISO-Norm 14001:2015 in das bestehende Umweltmanagementsystem integriert. Im selben Jahr wurde die konforme Umsetzung der Anforderungen durch die Zertifizierungsgesellschaft DQS an allen zertifizierten Standorten ohne Abweichungen bestätigt. Eine erstmalige Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 14001 wurde im Berichtsjahr an den zwei niederländischen Standorten von DOC Kaas erfolgreich abgeschlossen.

Überdurchschnittliche Wassereffizienz

Die spezifische Wassereffizienz, also der Wasserverbrauch pro Kilogramm Milchrohstoffeingang, lag im Berichtsjahr über alle DMK-Standorte mit 1,09 l/kg leicht über dem Vorjahreswert. Denn die geringere Milchmenge erforderte häufigere Reinigungen; ein Teil konnte jedoch durch die Optimierungen kompensiert werden. Im Vergleich zu anderen deutschen Molkereien unterschreitet DMK mit einem spezifischen Wasserverbrauch von durchschnittlich 1,09 l/kg den deutschlandweiten Durchschnitt von 2,05 l/kg gemäß der aktuellen „MIV-Umfrage Wasser/Abwasser 2017“ deutlich.

Der absolute Wasserverbrauch konnte auch im Jahr 2017 weiter reduziert werden. Somit sank der Frischwasserverbrauch konzernweit um 3 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2015. 

Das Basisjahr wurde gegenüber dem ursprünglichen Referenzrahmen 2011 aufgrund der veränderten Standortstruktur angepasst, um eine gute Vergleichbarkeit der Zahlen zu ermöglichen. Die Verbesserung bestätigt den Erfolg der in den letzten Jahren umgesetzten Maßnahmen zur Optimierung des Wasserverbrauchs.

DMK GMBH + mind. 75% Töchter (ohne sanotact, sunval, Arnoco, Strückhausen). Grundlage sind die Werte der Mengenmesseinrichtungen

Im Berichtsjahr wurden Projekte in Nordhackstedt und Holdorf zur Kreislaufführung in die Umsetzung gebracht. Durch diese wird Prozesswasser aufbereitet und wiederverwendet. Am Standort Waghäusel wurde im Jahr 2017 eine wassereffiziente Autoklaventechnik installiert, zudem kam ein Wärmenutzungskonzept zum Einsatz. Für 2018 sind weitere Projekte zur Verbesserung der Wassereffizienz in Zeven vorgesehen. 

Durchschnittlicher Wasserverbrauch von Molkereien

1 Durchschnittswerte gemäß aktueller "MIV-Umfrage Wasser/Abwasser 2017"

Effizienzsteigerung bei der Abwasserbehandlung

An den Standorten Altentreptow und Strückhausen wurde im Berichtsjahr in die Modernisierung der betriebseigenen Kläranlagen investiert. Ziel ist es, die Abwässer effektiver und energieeffizienter aufbereiten zu können und somit einen weiteren Beitrag zu den Zielen der europaweit gültigen Wasserrahmenrichtlinie zu leisten. In Altentreptow wurde insbesondere die anaerobe Abwasservorbehandlung erweitert. Bei dieser Technologie fällt Biogas an, das zur Stromerzeugung genutzt wird. Damit kann seit Mitte 2017 deutlich mehr Biogas für die klimaneutrale Stromerzeugung gewonnen werden. 

Abfallverwertung auf hohem Niveau

DMK ist engagiert, Wertstoffe getrennt zu sammeln und der bestmöglichen Verwertung zuzuführen. Die in der Vergangenheit eingeführten Systeme zur Überwachung und Dokumentation der Abfälle führten zu einer erfolgreichen Umsetzung der neuen Gewerbeabfallverordnung. Aktuell arbeitet DMK an Konzepten, um das bestehende Wertstoffmanagement weiterzuentwickeln. Die 90/10-Quote, eine neue Anforderung aus der Gewerbeabfallverordnung zur Getrenntsammlung, soll bis 2020 an allen DMK-Standorten erreicht werden. Sie impliziert, dass in den Werken 97 Prozent der Abfälle schon sortenrein getrennt werden. Das verhindert, dass diese Abfälle erneut in eine Vorbehandlungsanlage gegeben werden müssen. 

DMK GmbH + 75%-Töchter (ohne sanotact, sunval, Rosen Eiskrem, DOC Kaas und MIG Herford)

Energiemanagement im Fokus

Der Energiebezug ist im Jahr 2017 durch die rückläufige Milchmenge sowie Änderungen in der Werksstruktur gesunken. In Relation zur Milchmenge hat sich damit der spezifische Energieverbrauch verbessert. 

Das für das Berichtsjahr gesetzte Zwischenziel, die Energieeffizienz um 1,7 Prozent gegenüber 2011 zu verbessern, hat DMK erreicht.

Durch die Optimierung bestehender Prozesse und die Beschaffung energetisch optimierter Anlagen konnten 2017 insgesamt ca. 29 Millionen Kilowattstunden Energie (bezogen auf Strom und Gas, Grundlage sind eigene Berechnungen und Messungen) eingespart oder vermieden werden. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistete die Wärmeschaukel am Standort Altentreptow. Bei der sogenannten Wärmeschaukel wird in gekoppelten Wärme- und Kälteprozessen durch thermische Zwischenspeicherung Energie eingespart. DMK hat im Berichtsjahr eine weitere Wärmeschaukel mit einem höheren Temperaturbereich und damit weitergehende Potenziale in Altentreptow installiert. Das Energiemanagement prüft weiterhin kontinuierlich an verschiedenen Standorten die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Infrastruktur- und Energieeinsparprojekten.

Die direkten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen, Scope 1) erhebt DMK im Zuge der Ökobilanzierung derzeit für die Produktion. Sie lagen 2017 mit 197.575 Tonnen um circa 15 Prozent unter dem Vorjahr (DMK GmbH inklusive 75 %-Töchter, Berechnung auf Grundlage der eingesetzten Gasmenge in der Produktion).

DMK GmbH inklusive aller mind. 75%-Töchter, ohne DOC Kaas. Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus nicht erneuerbaren Energieträgern sind tatsächlich verbrauchte Energiemengen; Grundlage für die Erhebung der direkten Energie aus erneuerbaren Energieträgern ist bei Biomasse der Zukauf bzw. die Umrechnung des Holzverbrauchs. Wasserkraft am Standort Rimbeck, Biomasse am Standort Waren.

Energiemanagement als Teil des IMS

Das Energiemanagement ist Teil des Integrierten Managementsystems. Alle Standorte sind nach ISO 50001 zertifiziert. Die weiterhin hohe Anzahl an Kundenanfragen zum Umwelt- und Klimaschutz zeigt, dass diese Aspekte für die Bewertung von DMK als Lieferant zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Energiebeauftragten der Standorte treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über Projekte und Einsparpotenziale. Die Abteilung Energie unterstützt bei der Bewertung von Änderungen in Gesetzen und Verordnungen, unter anderem im Bereich Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK), die erhebliche finanzielle Auswirkungen für das Unternehmen haben können.

Prämierter Ressourcenschutz

Im Jahr 2017 wurde DMK bei den „German Awards for Excellence“ aufgrund herausragender Aktivitäten im Umwelt- und Energiemanagement in der Kategorie „Energy Effiency“ ausgezeichnet. Den Preis verleiht die Zertifizierungsgesellschaft DQS. Prämiert wurde das Konzept zur Aufbereitung von verschiedenen Stoffströmen sowie zur Wärmerückgewinnung am Standort Altentreptow, mit dem jährlich circa 4.700 Tonnen CO2 eingespart werden. Das öffentlich geförderte Projekt ging im Jahr 2017 in Betrieb und wurde bereits vom Umweltbundesamt abgenommen.

Im Forschungsnetzwerk für die Energiewende

Seit 2016 nimmt DMK am Forschungsprojekt „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ teil, in dem Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickeln. Das Unternehmen engagiert sich im Teilprojekt „SynErgie“ unter anderem zum Thema „Cross-Commodity and Demand Site Management“. Innerhalb des Forschungsprojekts wird nun über Modellrechnungen untersucht, inwieweit sich einzelne Produktionsprozesse und Anlagen rentieren und wie sie flexibel in den Energiemarkt einbezogen werden können. Ziel ist es, Vermarktungspotenziale für selbst erzeugte Energie zu erschließen. Im Jahr 2017 konnten über die eigene Gas- und Dampfanlage in Edewecht die ersten Vermarktungserfolge generiert werden. 

Neues Supply-Chain-Management

Im Berichtsjahr wurden – im Rahmen des neuen Supply-Chain-Management-Modells – die operativen Planungsprozesse mit den Business Units erarbeitet und teilweise bereits umgesetzt. Ein übergreifendes Projektteam wurde gebildet, um die Planung sowie die Forecasts als einheitliche Basis für das operative Geschäft und für die Finanzplanung zu schaffen. 

Durch die höhere Planungsgenauigkeit wird DMK insbesondere auf der Absatzseite die Lieferquote bei den Kunden erhöhen und zudem zielgerichtet die Produktionskosten senken.

Das Zentrallager am Standort Erfurt wurde im Jahr 2017 um ein Frischelager mit 6.000 Lagerstellplätzen erweitert. Hiermit konnte die Voraussetzung geschaffen werden, um Ware für DMK-Kunden im süddeutschen Raum zu bündeln. Ein wichtiges Detail war das Einziehen einer Trennwand innerhalb des Frischelagers: Diese ermöglicht, kühlpflichtige von nicht kühlpflichtigen Produkten zu trennen. Somit kann das Lager je nach Bedarf ausgelastet und dabei außerdem noch Energie gespart werden.

Im Rahmen der Integration von DOC Kaas wurden im Berichtsjahr Prozesse analysiert und definiert. Die weitere Umsetzung und Abstimmung entlang der Prozessketten hat schließlich die Integration der Systeme von DOC und DDP in das betriebseigene SAP-System zum Ziel.

Weitere Kapitelthemen

Milcherzeugung & Milchverarbeitung