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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Milkmaster

Mit dem im Jahr 2015 eingeführten Programm Milkmaster hat DMK zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein umfassendes, fortschrittliches und richtungsweisendes System entwickelt, das die Landwirte frühzeitig auf den Weg der Nachhaltigkeit mitgenommen hat. Die Themen Tierwohl und Nachhaltigkeit haben in der öffentlichen Debatte einen immer höheren Stellenwert erhalten, sodass sich die DMK Group mit Milkmaster rechtzeitig positioniert und die Milcherzeuger im Rahmen eines langfristigen Prozesses kontinuierlich auf diese neuen Bedürfnisse vorbereitet hat. Auf diese Weise fördert das Milkmaster-Programm Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung und stellt einen wichtigen Beitrag des Unternehmens zu nachhaltiger Milchproduktion und zum Wohl der Tiere in Deutschland dar. Nach mehreren Jahren praktischer Erfahrung hat sich aber auch gezeigt, dass aufgrund sich wandelnder Voraussetzungen Ansatzpunkte und Bedarfe für Anpassungen und Vereinfachungen bei Milkmaster bestehen. Dem ist DMK im Berichtsjahr mit Änderungen am Programm zum 1. Januar 2018 nachgekommen.

Milkmaster als Grundlage der Milchlieferordnung

Seit Januar 2016 ist das Milkmaster-Programm mit dem Milkmaster-Kodex als Grundlage Bestandteil der Milchlieferordnung von DMK und damit für alle Milcherzeuger der Deutschen Milchkontor eG sowie die Vertragslieferanten der DMK GmbH und alle Mitgliedsmolkereien verbindlich. In weiteren Schritten will DMK auch andere Lieferanten des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften einbeziehen.

Das Programm besteht aus dem Milkmaster-Kodex und einem Monitoring über den internen Milkmaster-Report. Die Bestätigungen über die Audits, Beratungen der Landwirte und ein Bonussystem sind weitere wesentliche Bausteine des Programms. Die Beteiligung an der jährlichen Mengenplanung ist Grundlage für die Teilnahme der Milcherzeuger am Bonussystem.

Der Milkmaster-Kodex und die Auditierung sind für alle einbezogenen Milcherzeuger verbindlich, während die Teilnahmen an der Selbsteinschätzung und dem Bonussystem auf freiwilliger Basis erfolgen. Im Berichtsjahr haben sich mit 5.349 Milcherzeugern 85 Prozent der Milcherzeuger bzw. 95 Prozent der Milchmenge an der Selbsteinschätzung beteiligt. Dieser Wert entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres, in dem mit 5.800 Teilnehmern 84 Prozent der Milcherzeuger und damit 96 Prozent der Milchmenge über den Fragebogen eine Einschätzung ihrer Arbeit an Tierwohl- und Nachhaltigkeitsthemen vorgenommen haben.

Reporting zur Fortschrittskontrolle

Der interne Milkmaster-Report stellt die Ergebnisse der Selbsteinschätzungen aller Milcherzeuger über 148 Kennzahlen dar und dient der Kontrolle von Fortschritten. Auf Basis ihrer Selbsteinschätzung erhalten die Milcherzeuger mit dem Ergebnisbericht jährlich eine fundierte Analyse ihrer eigenen Leistung im Vergleich zu anderen Milcherzeugern. Im Berichtsjahr konnten die Milcherzeuger ihre Ergebnisberichte ab Mitte Juni unter webmelker.de abrufen. Das Dokument fasst in individuellen dreiteiligen Ergebnisberichten die erhobenen Daten zusammen. Ausgewählte Ergebnisse jenseits der individuellen Analysen stellt DMK auch einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Berichtsjahr zeigte der Milkmaster-Report erneut Unterschiede der Betriebsstrukturen in den Regionen sowie bei den Größenklassen der Höfe und spiegelt die Heterogenität der DMK-Milcherzeuger beispielsweise bei den Haltungssystemen wider.

115 ausgewählte Kennzahlen aus dem Milkmaster-Report bilden die Grundlage für die Audits in den landwirtschaftlichen Betrieben. In diesem Rahmen unterzieht sich jeder Milcherzeuger alle zwei Jahre einem Audit durch externe, unabhängige und akkreditierte Zertifizierungsgesellschaften.

Alle aktiven Milcherzeuger werden zweijährlich routinemäßig auditiert in einem gekoppelten QM-Milch-/Milkmaster-Audit. 

Das Milkmaster-Programm sieht vor, dass die Audits für die Milkmaster-Bonus-Checkliste erst nach Abschluss des Bonusjahres stattfinden können. Somit waren die Kalenderjahre 2017 und 2018 die Kontrolljahre für den Milkmaster-Bonus von 2016. In der ersten Auditperiode wurden für das Jahr 2016 nahezu alle heute aktiven Milcherzeuger auditiert.

Bisher nicht für den Milkmaster-Bonus auditierte Betriebe werden 2019 über Sonderaudits auditiert, hierbei handelt es sich fast ausschließlich um aktuell nicht mehr aktive Milcherzeuger bei DMK – entweder durch Hofaufgabe oder Molkereiwechsel. 

Für das Bonusjahr 2017 werden Audits noch bis Ende 2019 durchgeführt. Für die Bonusjahre 2018 und 2019 sind die Audits bis Ende 2019 bzw. 2020 durchzuführen.

Seit Beginn der Auditierung haben die rund 80 Auditoren so bis Ende 2018, also für die Bonusjahre 2016 und anteilig 2017 bereits mehr als 8.000 Milkmaster-Bonus-Audits durchgeführt.

Tierwohl im Fokus

Das Thema Tierwohl hat für Milcherzeuger eine zentrale Bedeutung, da nur gesunde und zufriedene Tiere eine gute Milchleistung bringen. Zu den Zielen der Strategie DMK 2020 gehört auch vor diesem Hintergrund die Verbesserung des Tierwohls. Hierfür erfasst DMK intern verschiedene Indikatoren aus dem Milkmaster-Report in einem Tierwohlindex und überprüft den Fortschritt.

Die unterschiedlichen Aspekte des Tierwohls hat DMK im Milkmaster-Programm unter den Stichworten Kuhkomfort, Tiergesundheit, Futteranbau und Fütterung hinterlegt. So fragt das Unternehmen beim Thema Kuhkomfort beispielsweise Platzangebot, Sauberkeit, Weidegang, Haltungssysteme und weitere Bedingungen der Haltung bei den Milcherzeugern ab. Auch das in Milkmaster integrierte Thema Milchqualität (QM-Milch) zahlt auf das Tierwohl ein, da beispielsweise die erfassten Zellzahlen als zentraler Indikator für die Milchqualität einen Hinweis auf die Eutergesundheit geben.

Im Sinne der Tiergesundheit setzt sich DMK außerdem gezielt dafür ein, dass mindestens zweimal jährlich eine vorsorgende tierärztliche Betreuung auf den Höfen und eine Dokumentation über ein Bestandsbetreuungsprotokoll stattfinden. Mit den Tierärzten als wichtigen Ansprechpartnern der Milcherzeugerbetriebe arbeitet DMK intensiv zusammen.

Umfassende Änderungen im Milkmaster-Programm

DMK hat das Milkmaster-Programm nach den ersten Jahren im Einsatz auf den Prüfstand, um Bewährtes zu erhalten und sinnvolle Vereinfachungen zu erarbeiten, ohne die Ziele des Programms aus den Augen zu verlieren. Zu diesem Zweck haben bereits 2017 verschiedene Arbeitsgruppen und Abstimmungsrunden stattgefunden. Deren Ergebnisse wurden den Milcherzeugern in den Bezirksversammlungen vorgestellt und anschließend in den Gremien verabschiedet.

Im Berichtsjahr hat das Unternehmen die im Dialog mit den Milcherzeugern entwickelten Vereinfachungen in der seit Januar 2018 gültigen Änderung des Milkmaster-Programms umgesetzt. In diesem Zug hat DMK unter anderem die Zahl der Kriterien für den Milkmaster-Bonus in der Checkliste von 17 auf 13 reduziert. Darüber hinaus hat DMK die Systematik des Programms vereinfacht und eine monatliche Milkmaster-Bonus-Vorauszahlung von 0,65 ct/kg eingeführt, die am Ende des Jahres mit dem betriebsindividuellen Bonus verrechnet wird. Grundsätzlich honoriert das Milkmaster-Bonus-System mit einer monetären Prämie die Arbeit von Milcherzeugern, die besondere Leistungen in den fünf Bereichen Kuhkomfort, Tiergesundheit, Futteranbau, Fütterung und Milchqualität erbringen.

Im Folgejahr 2019 wurde diese Vorgehensweise verändert und die Vorauszahlung auf den Milkmaster-Bonus wurde für alle bonusberechtigten Betriebe auf eine individuelle Zahlung umgestellt. Dazu wird im ersten Schritt die Summe an Bonuspunkten nach dem Milkmaster-Bonus-Audit 2016 auf Basis der Einzelkriterien des Milkmaster-Kriterienkatalogs ab dem 1. Januar 2018 umgerechnet. Im zweiten Schritt wird diesem Ergebnis die Selbsteinschätzung 2019 gegenübergestellt. Der niedrigere Betrag ist dann für die tatsächliche Vorauszahlungshöhe maßgeblich.

Milchviehbetriebe, für die noch kein Audit aus 2016 vorliegt, z. B. weil sie 2016 nicht am Milkmaster-Bonus-Programm teilgenommen haben oder die Mitgliedschaft erst in Folgejahren begründet wurde, werden zur sachgerechten Bemessung ihrer Vorauszahlung nach Gruppenwerten eingeordnet. Dazu wurden sechs verschiedene Größenklassen nach der Jahresmilchmenge gebildet, denen die für 2016 vorliegenden Auditergebnisse statistisch zugeordnet wurden. Der maßgebliche Gruppenwert wird dem Ergebnis ihrer Selbsteinschätzung 2019 gegenübergestellt. Der niedrigere Betrag ist dann für die tatsächliche Vorauszahlungshöhe maßgeblich.

Milchviehbetriebe, für die noch kein Audit aus 2016 vorliegt, z. B. weil sie 2016 nicht am Milkmaster-Bonus-Programm teilgenommen haben oder die Mitgliedschaft erst in Folgejahren begründet wurde, werden zur sachgerechten Bemessung ihrer Vorauszahlung nach Gruppenwerten eingeordnet. Dazu wurden sechs verschiedene Größenklassen nach der Jahresmilchmenge gebildet, denen die für 2016 vorliegenden Auditergebnisse statistisch zugeordnet wurden. Der maßgebliche Gruppenwert wird in einem zweiten Schritt dem Ergebnis ihrer Selbsteinschätzung 2019 gegenübergestellt. Der niedrigere Betrag ist dann für die tatsächliche Vorauszahlungshöhe maßgeblich.

34,8 Mio. Euro Milkmaster-Bonus nach Selbsteinschätzung

Im Bonuszeitraum 2018 konnte sich jeder Milcherzeuger, der an der Selbstscheinschätzung teilgenommen hat, Bonuspunkte erarbeiten, aus denen sich die Höhe der Bonuszahlung ergibt. Auf diesem Weg fördert Milkmaster effizient und gezielt die Weiterentwicklung der Milcherzeugerbetriebe in Bezug auf gesellschaftlich relevante Themen. Beispiele hierfür sind der Laufstall mit separatem Abkalbe- und Krankenbereich im Bereich Kuhkomfort, der Schwellenwert für die Zellzahlen und die Lebensleistung auf dem Feld der Tiergesundheit oder der Einsatz von Tankwächtern im Bereich Milchqualität.

Im Berichtsjahr erhielten beinahe alle Betriebe, die an der Selbsteinschätzung teilgenommen haben, einen Milkmaster-Bonus.

Die Milcherzeuger der Deutschen Milchkontor eG und Vertragslieferanten der DMK GmbH ohne DOC Kaas lieferten 2018 insgesamt 5,3 Mrd. kg Milch, von denen 4,9 Mrd. kg Milch bonusberechtigt waren. Es wurden somit 34,8 Mio. Euro auf Basis der Selbsteinschätzung ausgezahlt. Die tatsächliche Bonusgesamthöhe kann erst nach Abschluss der Auditierungen ermittelt werden.

Im Bonusjahr 2017 mit 15 Monaten (1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2017) lag der Milkmaster-Bonus bei insgesamt 42,7 Mio. Euro. Als das Bonusprogramm im Jahr 2016 eingeführt wurde, lag der Gesamtbonus für das Bonusjahr (1. Januar 2016 bis 30. September 2016) bei 33,6 Mio. Euro.

Hohe Akzeptanz bei Kunden

In den letzten Jahren sind die Anforderungen des Marktes im Hinblick auf Tierwohl und Nachhaltigkeit kontinuierlich gestiegen. Dies gilt für den Lebensmitteleinzelhandel und Endverbraucher ebenso wie für die DMK-Kunden aus der Lebensmittelindustrie. Durch die frühe Einführung von Milkmaster ist DMK hier gut positioniert. So hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren mehrere Benchmarkings von Milkmaster mit den jeweiligen Programmen seiner Kunden durchlaufen und dabei eine hohe Anerkennung erfahren. Auch im Berichtsjahr haben Kunden Milkmaster erneut als ausreichend für ihre unternehmenseigenen Standards bestätigt. Unilever hat DMK bereits zum dritten Mal in Folge als „Sustainable Supplier“ ausgezeichnet. Die Akzeptanz des Milkmaster-Programms schlägt sich vor allem für die Business Units Industry und Private Label nieder.

Präsentation der praktischen Anwendung

DMK ist es wichtig, den internen und externen Dialog über das Milkmaster-Programm zu fördern und zu zeigen, wie das Programm in der praktischen Anwendung funktioniert. Bereits seit 2015 wird auf zwei Milkmaster-Farms ausgewählten Zielgruppen wie Kunden, Politikern oder Mitarbeitern von DMK gezeigt, was DMK-Milcherzeuger täglich leisten. Dafür verfügen die beiden Betriebe über professionell eingerichtete Besprechungsräume und bieten die Möglichkeit eines speziellen Milkmaster-Betriebsrundgangs oder individueller Hofbesichtigungen.

Im Berichtsjahr haben gut 300 Gäste das Angebot der beiden Milkmaster-Farms wahrgenommen, darunter Kunden und Führungskräfte von DMK. Die Milkmaster-Farm Scholten-Meilink erhielt für ihr nachhaltiges Wirtschaften bereits zum zweiten Mal die Auszeichnung als bester Milcherzeuger Niedersachsens, die von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V. (LVN) im Februar 2019 übergeben wurde.

Blick nach vorn: Milkmaster 3.0

Im Herbst 2018 hat DMK mit der Ausarbeitung der für den 1. Januar 2020 geplanten Neuauflage des Milkmaster-Programms begonnen. Dafür hat das Unternehmen den Status quo erfasst, Umfeldanalysen durchgeführt und gemeinsam mit dem Ehrenamt eine strategische Positionierung von Milkmaster 3.0 erarbeitet. Seit Beginn des Jahres 2019 bereitet das Unternehmen die Feinplanung und die Abstimmung mit den Milcherzeugern vor, um im zweiten Halbjahr mit der Kommunikation mit den Milcherzeugern und der Implementierung des neu erarbeiteten Milkmaster-Programms zu beginnen.

Mit Milkmaster 3.0 zielt DMK darauf ab, das Programm mit neuen Schwerpunkten für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Business Units am Markt erfolgreicher aufzustellen und gleichzeitig den Aufwand für die Milcherzeuger so gering wie möglich zu halten. Außerdem bindet das Unternehmen mit der Neuauflage auch die 2015 fusionierte niederländische DOC Kaas und deren System MELKkompas mit dem Ziel eines gemeinsamen Programms der Genossenschaften in Deutschland und den Niederlanden ein.

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