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23.11.2018
Die Wünsche der Verbraucher ändern sich: ökologisch, regional, digital. Der Lebensmittel-Einzelhandel reagiert mit innovativen Eigenmarken – und neuen Verkaufswelten. Einkaufen in 2030? Vermutlich wird der Besuch im Supermarkt dann zur Kür: Basisartikel bestellen wir online – aber für ein emotionales Einkaufserlebnis gehen wir in den Laden

Früher war die Welt klar strukturiert. Mercedes und Porsche waren etwas für Reiche, Audi für Sportliche und der „Normalbürger“ fuhr Ford, Opel oder VW. Das hat sich gründlich gewandelt: Heute bieten alle großen Autohersteller teure und günstige Modelle an, die Qualitätsunterschiede sind geschrumpft. Ähnliches gilt im Lebensmitteleinzelhandel (LEH): Gab es bei Discountern wie Aldi (erster Laden: 1962) und Lidl (1973) zunächst nur qualitativ annehmbare Basis-Lebensmittel zu möglichst günstigen Preisen zu kaufen, finden sich dort heute auch Top-Marken, Backstationen oder Trendprodukte. Die Märkte sind auch optisch nicht mehr mit früher zu vergleichen. Hatten große Lebensmittelketten wie Edeka und Rewe zunächst meist Markenartikel im Angebot, verkauften sie ab den 1980er-Jahren als Reaktion auf die Discounter auch günstige Eigenmarken in schlichten Verpackungen. Meistens im unteren Regal als billige Alternative zu den Marken darüber.

Ein Wandel auch hier: Heute gibt es viele Premium-Eigenmarken in ansprechenden Verpackungen und mit trendigem Inhalt. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhöhten Aldi, Edeka, Lidl, Rewe und Co. den Marktanteil ihrer Eigenmarken 2017 auf das Rekordniveau von 37,4 Prozent – Tendenz steigend. Grund sind die Wünsche und das Verhalten der Verbraucher: „Geiz ist geil“ gilt nicht mehr in der Masse. Bio und regional sind in, Gentechnik und Gammel out. Mehr und mehr Verbraucher greifen zu nachhaltig produziertem Fleisch, Obst oder Joghurt, gern von Landwirten aus der Region. Qualität muss sein, darf auch etwas mehr kosten. Hier setzt der LEH natürlich an: Ob Fremd- oder Eigenmarke – der Handel will und muss dem Kunden ein Angebot machen, das ihn anspricht. Discounter wandeln sich zu Supermärkten, Supermärkte zu Erlebnisorten. „Wir als einer der größten Lieferanten des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland können nur erfolgreich sein, wenn der Handel erfolgreich ist“, erklärt Thorsten Rodehüser, Chef der BU DMK Private Label (Handelsmarke). „Die Händler positionieren sich und ihre Eigenmarken neu und professionell. Wir bieten uns dabei als ein Partner mit 360-Grad-Blick auf Sortimente, Trends und Konsumentenverhalten für die Märkte der Zukunft an.“

Diese Zukunftsperspektive ist wichtig, weil Molkereiprodukte und Käse einen großen Anteil im Gesamtmarkt haben – sie stellen den drittgrößten Bereich im LEH dar. Und die Business Unit Private Label beliefert alle großen Händler in Deutschland: Mit rund 1.500 Mitarbeitern, neun Werken sowie mehr als 800 Produkten bedient die BU alle relevanten Segmente für Molkereiprodukte und Käse. Mit dem neuen 360-Grad-Verkaufs- und Serviceansatz ist der Geschäftsbereich ein Beispiel für die neue DMK Group insgesamt – vom Produktanbieter zum umfassenden Partner für Marken und Marketing. „Wir entwickeln die nächste Generation der Marke des Handels“, ist sich Susanne Dickbertel, Marketingleitung BU Private Label, sicher. „Das nächste Megathema ist schon gesetzt“, ergänzt Stefan Keller, verantwortlich für Vertrieb und Marketing in der BU Private Label. „Der Online- Handel, das Einkaufen per Computer, wächst stark. Reine Versorgungseinkäufe finden künftig häufig automatisiert über digitale Assistenten wie Alexa und Co. statt – dafür muss ich nicht mehr unbedingt einen Laden betreten.“

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