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Sie landen in den Meeren, verschmutzen die Umwelt und werden zum großen Teil erst nach mehreren Hundert Jahren abgebaut: Plastikmüll und Verpackungen. Ab Januar 2019 gelten daher neue Spielregeln: Ein reformiertes Verpackungsgesetz soll Abfälle aus der Industrie so weit wie möglich vermeiden. Es schreibt vor, dass deutlich mehr recycelt werden muss: bei Glas, Papier und Karton, bei Getränkekartonverpackungen und Kunststoff. Die Kunst besteht nun darin, nachhaltige Verpackungen so zu entwickeln, dass sie weiterhin den Schutz der Lebensmittel garantieren

 


Kostbare Wertstoffe

„Nicht nur zu Hause müssen wir umdenken, sondern auch im Unternehmen“, sagt Dr. Ralf Zink, Leitung Forschung & Entwicklung (CoE), und betont, dass statistisch gesehen jeder Deutsche 220 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr produziert. Für DMK gelte: weg vom Gedanken an unwichtige Reststoffe, hin zu geschätzten, recycelbaren Wertstoffen. Nicht nur Milch- und Warenströme seien wichtig, auch Materialströme seien bares Geld wert. Bei DMK befasst sich ein Team aus Entwicklern bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit. In der Abteilung „Arbeitssicherheit & Umweltmanagement“geht es ebenso um Recyclinglösungen für Verpackungsstoffe aus Produktions- und Lagerbereichen.

 

Konkrete Verbesserungen

„Wir wollen in der Entwicklung neuer Materialien die jeweiligen Kunststoffanteile senken – vor allem aber schwer oder untrennbare Verbundstoffe vermeiden“, erklärt Dörte Krumrey, Zentrale Koordinatorin Umweltschutz die DMK-Strategie. Im Bereich Käseverpackungen betrachten die Mitarbeiter der Abteilung „Arbeitssicherheit & Umweltmanagement“ bereits ein recycelbares Verpackungssystem aus speziellen Kunststoffschalenaus Mono-APET und PET/PE sowie mehrschichtigen Deckenfolien ein. Kunststoffabfälle können so in einem Verfahren bei einem Recycler zur Herstellung neuer Folien verwendet werden. „Darüber hinaus arbeiten wir an der Wiederverwendung von Big-Bags“, sagt sie. „Nach einem Reinigungsverfahren können sie in Bereichen der BU Industrie weiterverwendet werden.“ Sie müssten dann nicht nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Die Abteilung will einen sichtbaren Beitrag zur Verringerung von Kunststoffabfällen liefern – und das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen: „Für eine bessere Welt müssen wir alle mitmachen.“

 


Was ist das Verpackungsgesetz?

Ab Januar 2019 löst es die bestehende Verpackungsverordnung ab und ergänzt damit die Plastik-Strategie der Europäischen Kommission. Es gilt für alle Unternehmen, die Verpackungen in den Umlauf bringen, die über den Gelben Sack, die Gelbe Tonne, Glascontainer und Altpapiertonnen erfasst und verwertet werden können. Für Hersteller und Handel sind Verpackungen von großer Bedeutung: Abfall-Abholung und -Verwertung sind ein Milliardengeschäft.

 


Was ändert sich?

 

Mehr Recycling

Bis 2022 steigen die Recyclingquoten für Glas, Altpapier, Eisenmetalle und Alu schrittweise von 60 bis 75 auf 90 Prozent. Für Getränkekartons von 60 auf 80 Prozent und für Kunststoffe von 36 auf 63 Prozent.

 

Bessere Verpackungen

Recycling-Unternehmen verlangen für umweltfreundliche Verpackungen geringere Gebühren – für schlecht recycelbare hingegen mehr.

 

Schärfere Kontrollen

Eine zentrale Stelle kontrolliert, ob das Verpackungsgesetz eingehalten wird. Wer Verpackungen auf den Markt bringt, muss sich registrieren lassen und eine Jahresabschlussmeldung abgeben – sonst drohen Abmahnungen, Bußgelder, Vertriebsverbote. Höhere Mehrwegquote Supermärkte und andere Läden müssen zum Beispiel an Getränkeregalen gut lesbare Schilder mit den Hinweisen Mehrweg und Einweg anbringen.

 

Höhere Mehrwegquote

Supermärkte und andere Läden müssen zum Beispiel an Getränkeregalen gut lesbare Schilder mit den Hinweisen Mehrweg und Einweg anbringen.

 

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