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30.06.2018

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutsches Milchkontor eG, Heinz Korte, hat auf der diesjährigen Vertreterversammlung Ende Juni in Hannover eine positive Zwischenbilanz zur Neuorganisation der DMK Group gezogen. „Wir sind auf Kurs“, sagte Korte vor 204 Vertretern im Hannover Congress Centrum. Das zeige vor allem ein im Wettbewerb überdurchschnittliches Milchgeld von 36,29 Cent/Kilo im Jahresschnitt 2017. „Aber“, so Versammlungsleiter Korte weiter, „Wir sind noch lange nicht am Ziel. Das ist ein Marathon.“ Die Neuorganisation der DMK Group ist zur Jahresmitte vollständig umgesetzt. Heute agiert die DMK Group mit sechs eigenständigen Geschäftseinheiten (Business Units).

Absicherungsmodell

Den Bericht des Vorstandes zum Geschäftsjahr 2017 gab der Vorstandsvorsitzende Thomas Stürtz. Er sagte, die Schwankungen des Milchpreises beschäftigten die Gremien intensiv. So arbeite DMK an einem börsenbasierten Absicherungsmodell für Teilmengen. „Dieses wird nur für unsere Mitglieder aufgelegt.“ Eine Pilotgruppe von 32 Milcherzeugern sei eingerichtet. Das Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, die starken Schwankungen beim Milchpreis auszugleichen. Thomas Stürtz sagte weiter: „Es gibt politische Bestrebungen, in unsere Vertragsfreiheit massiv einzugreifen und uns fremd zu bestimmen.“ So könne der Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO), der die Lieferbeziehungen regelt, aktiviert werden. „Wir lehnen diesen Eingriff deutlich ab. Diese Position werden wir auf dem nächsten Milchgipfel bei der Bundeslandwirtschaftsministerin Anfang Juli vertreten.“ (Siehe Kasten Seite 7.)

Rohmilchentwicklung

Der Geschäftsführer der Genossenschaft, Dr. Klaus A. Hein, erläuterte die Entwicklung der Mitgliedschaften. Danach stehen per Ende 2018 von den insgesamt knapp 8 Milliarden Kilogramm verarbeiteter Milch circa 900 Millionen Kilogramm Milch in Kündigung. Bei knapp der Hälfte dieser Menge sei der Wegfall definitiv. „Wir haben aber auch Mitglieder dazugewonnen“, so Dr. Hein. „Wir nehmen aber nur die Milch auf, die wir profitabel nutzen können. Marge vor Menge bleibt unsere Marschrichtung.“ Die Geschäftszahlen der Genossenschaft seien „mehr als geordnet“, so Dr. Hein.Die Vertreter stimmten einer Ausschüttung von 7.076.033 Euro an die Genossenschaftsmitglieder zu. Das entspricht einer Dividende von 4 Prozent.

Wir sind auf Kurs!

Heinz Korte

DMK Group

Anschließend erteilte der Versammlungsleiter Ingo Müller das Wort, dem CEO der DMK Group. Müller sowie anschließend der Geschäftsführer Finanzen Volkmar Taucher erläuterten den Stand der Neuorganisation. Das Unternehmen hat 2017 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro erwirtschaftet (plus 12,6 Prozent zum Vorjahr) und den Konzernjahresüberschuss mit 29,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Eigenkapitalquote ist mit 31 Prozent stabil.

Milkmaster hilft

Hintergrund für die guten Geschäftszahlen 2017 seien der Markt, der sich erholt habe, sowie die Neuorganisation des Unternehmens. „Der Markt ist auch im ersten Halbjahr 2018 weiter stabil“, so Müller. „Allerdings gibt es in den einzelnen Produktgruppen große Unterschiede.“

Die letzten Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel seien Ende April abgeschlossen worden. Eine Herausforderung sei gewesen, dass sich das gute Marktniveau von 2017 verändert hat. Ingo Müller: „Und das hat natürlich Einfluss auch auf die Preise.“ Schwerpunkte der „intensiven Gespräche“ seien Themen wie GVO, Nachhaltigkeit und Anbindehaltung gewesen. „Und hier hilft uns natürlich auch unser Milkmaster-Programm enorm.“

Milchmengenregulierung

Abschließend beschäftigten sich die Vertreter mit einer „DMK-eigenen Milchmengenregulierung im Marktkrisenfall“. Ein entsprechender Antrag war Anfang des Jahres von Mitgliedern vorgebracht worden. Ziel sollte sein, so die Antragsteller, aktiv gegen hohe Milchpreisschwankungen anzugehen. Versammlungsleiter Heinz Korte sagte vor der Diskussion: „Beirat, Vorstand und Aufsichtsrat haben sich bereits intensiv mit dem Thema befasst. Wir wollen heute auch noch ein Meinungsbild von Ihnen, dem wichtigsten Entscheidungsgremium der Genossenschaft, einholen.“

Nach intensiver Diskussion fiel das Meinungsbild klar aus: Mehr als 90 Prozent sprachen sich gegen eine solche DMK-eigene Milchmengenregulierung aus. Ein Vertreter brachte die mehrheitliche Meinung so auf den Punkt: „Der Milchmarkt ist international. Wenn wir als DMK die Milchmenge drosseln, interessiert das keinen unserer Abnehmer. Die kaufen dann die Milch bei anderen Erzeugern oder in einem anderen Land ein.“

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