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26.11.2019

Die Versammlungen standen allerorts unter dem Eindruck des derzeitigen nicht zufriedenstellenden Milchpreises und der Leistungsfähigkeit der DMK Group. Die Regionalleiter gaben einen Überblick über den aktuellen Milchmarkt und stellten stabil positive Entwicklungen für die nächsten Monate in Aussicht. Ein Trend, der sich bei einer weiteren Verfestigung der aktuellen Marktentwicklungen bis Jahresende positiv auf den Milchpreis auswirken wird. Der regionale Vorstand oder Aufsichtsrat erläuterte anschließend die aktuelle Situation der DMK Group. Dieser Tagesordnungspunkt wurde in allen Versammlungen intensiv, teilweise hitzig, diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Dauer der Prozesse, die nun zu greifen beginnen, die Geduld der Landwirte auf eine harte Probe gestellt hat und immer noch stellt. Auch wenn ein Großteil der vorgebrachten Kritik in der Diskussion entkräftet wurde und offene Fragen beantwortet werden konnten, so war unter den Mitgliedern die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation und dem unterdurchschnittlichen Auszahlungspreis deutlich spürbar. Sie wird von Haupt- und Ehrenamt der DMK sehr ernst genommen.


Offen benannte das Ehrenamt die bis einschließlich September 2019 aufgelaufene Auszahlungsdifferenz von -0,89 ct/kg im Vergleich zu den elf definierten Wettbewerbsmolkereien und machte sehr deutlich, dass niemand damit zufrieden sein kann. Deutlich wurde aber auch, dass für den hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Auszahlungspreis außerordentliche Kosten ausschlaggebend sind, die diesen in 2019 belasten — und in dieser Form 2020 nicht mehr anfallen werden, darunter:

     

  • Fertigstellungs- und Anfahrkosten Werk Strückhausen
  • notwendige Umrüstungen zum Aufbau der Werklohnmodelle in Georgsmarienhütte und Nordhackstedt
  • Schließung Werk Bergen auf Rügen
  • Bau eines Trockenturms für Spezialprodukte in Beesten
  • Übernahmen der Marke Alete
  • Übernahme der Anteile von DVN in den Niederlanden
  • notwendige Organisationsanpassung aufgrund von Milchmengenverlust.
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Dazu Thomas Stürtz, Vorstandsvorsitzender der DMK eG, auf der Versammlung in Lintig: „Die genannten außerordentlichen Kosten aus 2019 fallen in 2020 nicht mehr an, sodass wir im nächsten Jahr von einer deutlich veränderten Kostensituation ausgehen. Als größere und geplante Investition steht in 2020 lediglich die Fertigstellung unseres zweiten Werkes in Russland an, die aufgrund der positiven Entwicklung des russischen Marktes sowie unseres Geschäftes aber rentabel ist. Der wettbewerbsfähige Milchpreis ist somit ein sehr realistisches Ziel.“

 

"Der wettbewerbsfähige Milchpreis ist somit ein sehr realistisches Ziel."

Thomas Stürtz

Die Leistungsfähigkeit der DMK und damit auch den Auszahlungspreis zu steigern, ist Fokus der Arbeit im Unternehmen. Gleichzeitig muss die DMK finanziell solide aufgestellt bleiben. In diesem Zusammenhang stellte das Ehrenamt die Maßnahmen jeder DMK Business Unit vor, die komplett auf das Ziel der Leistungssteigerung ausgerichtet sind. Ein wichtiger Punkt ist die kontinuierliche Reduzierung der Kosten, die maßgeblich durch den neuen Chef des Finanzbereichs, CFO Dr. Frank Claassen, vorangetrieben wird. Auf den Bezirksversammlungen wurden wichtige Eckpunkte seiner Agenda vorgestellt: 

     

  • signifikante Einsparungen im Einkaufsvolumen
  • Ausgabenstruktur bei den Gemeinkosten stabil halten
  • Investitionsvolumen wird gegenüber 2019 weiter gesenkt
  • Personaleinstellungen im Verwaltungsbereich weiterhin auf ein Minimum reduzieren. 
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Im zweiten Teil der Versammlung stellten Regionalleiter und Ehrenamt die geplanten Veränderungen im Bereich der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern und der Molkerei vor, die ebenfalls umfassend und kritisch diskutiert wurden.

 

DMK-Zukunftsthemen: Festpreismodell, Milkmaster 3.0 und „myMilk“

Die aktive Testphase mit Pilotbetrieben zur Absicherung von Milchpreisen für die kommenden Monate ist Anfang Oktober gestartet und erfreute sich reger Nachfrage. Die Pilotphase ist zunächst für circa vier bis fünf Monate geplant. Im Kern geht es darum, Erfahrungen in der Absicherung von Festpreisen zu erlangen und Verbesserungen vorzunehmen.


Bei erfolgreicher Durchführung der Pilotphase schließt sich der Rollout für alle Milcherzeuger in der DMK eG an. Vorstandsmitglied Dirk Schröder auf der Versammlung in Waren an der Müritz dazu: „Das vorliegende Model der Preisabsicherung ist für uns Milcherzeuger zukünftig sehr einfach und überschaubar anzuwenden. Wir können damit angebotene Marktpreise für einen Teil unserer Milchmenge für das laufende Jahr nach vorn absichern. Dies bietet eine zusätzliche Planungsmöglichkeit für die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe — eine echte Innovation bei DMK.“ Neben dem Festpreismodell wurden den Milcherzeugern mit Milkmaster 3.0 sowie der neuen Serviceplattform „myMilk“ zwei weitere DMK-Zukunftsthemen vorgestellt. Milkmaster 3.0 ist eine im Sinne der Landwirte konsequente Weiterentwicklung des seit 2016 bestehenden Programms. Mit „myMilk“ wurde das Fundament für digitale Services gelegt, die zukünftig über die Dimension der Milcherzeugerseite Webmelker deutlich hinausgehen werden. 

 

Milchgeldabrechnung: veränderte Darstellung

Mit der Milchgeldabrechnung im September dieses Jahres wurde bereits der betriebsindividuelle Milchpreis auf einen Blick sichtbar; die Transparenz in der Milchgeldabrechnung wird verbessert. Die Zuschläge werden in der Berechnung zum Milchpreis zusammengeführt und als Gesamtzahl ausgewiesen. Im unteren Teil der Abrechnung finden die Milcherzeuger die einzelnen Beträge aufgeführt.

Anpassungen in der Milchlieferordnung

Neben rein redaktionellen Überarbeitungen, Änderungen zur Qualitätssicherung, Produktqualität und Untersuchungen der Anlieferungsmilch standen die Neuformulierung zum Milkmaster- Programm (Anlage 4) und die Umsetzung des QM-Milch-Standards 2020 im Mittelpunkt. Ebenso wurden die bereits gesetzlich bestehenden Anforderungen an den Tierschutz und sonstige Anpassungen aufgenommen. Die neue Milchlieferordnung wird Anfang Dezember zusammen mit einem Erklärungsschreiben zu den detaillierten Änderungen an alle Milchlieferanten verschickt. Die Milchlieferordnung tritt in geänderter Fassung zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Nominierungswahlen

Das ehrenamtliche Engagement der Genossenschaftsmitglieder ist ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Milcherzeugern und Unternehmen. In diesem Zusammenhang nahmen die turnusmäßigen Nominierungswahlen zum Vertreter, Ersatzvertreter sowie Beiratsmitglied eine wichtige Rolle bei den Bezirksversammlungen ein. Unter Leitung der Regionalleiter und des regionalen Ehrenamts wurden die Nominierungslisten, über die letztlich abgestimmt wurde, ergänzt. Eine Gesamtliste aller Nominierten zum Vertreter bzw. Ersatzvertreter steht im kommenden Frühjahr auf den Regionalversammlungen zur Wahl.

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