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23.11.2018
Der Supermarkt der Zukunft
Es ist wie im Science-Fiction-Film: In der Fleischthekeliegen Grillen, der Salat wächst direkt im Laden. Forscher auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit dem Supermarkt der Zukunft – und mit den Wünschen der Kunden von morgen Hanni Rützler

Die Ladentür öffnet sich via Handy-App, auch nachts und an Feiertagen. Verkäufer und Kassierer? Fehlanzeige! Auch Schlangen gibt’s hier nicht. Der Kunde betritt den Laden, sucht seine Ware aus – und geht. Abgebucht wird automatisch vom Konto. In China stehen schon mehr als 200 „unbemannte“ Minishops namens „BingoBox“. Bald sollen es 5.000 sein, der Anbieter hat auch Europa im Visier. Internetriese Amazon ist mit seinen „Amazon Go“-Supermärkten ebenfalls auf Expansionskurs. Bis 2021 sollen weltweit 3.000 der revolutionären Selbstbedienungsfilialen entstehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Unsere Supermärkte verwandeln sich

Einkaufen, wie wir es heute noch kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das prophezeit Trendforscherin Es ist wie im Science-Fiction-Film: In der Fleischtheke liegen Grillen, der Salat wächst direkt im Laden. Forscher auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit dem Supermarkt der Zukunft – und mit den Wünschen der Kunden von morgen Hanni Rützler in ihrem „Foodreport 2019“. Sie analysiert, wie sich das Angebot „von der Einkaufsunordnung zur optimalen Esslösung“ entwickeln wird. Im Report heißt es: „Discounter wandeln sich zu Supermärkten, Supermärkte zu hybriden Gastro-Retail-Erlebnisorten. Der harte Preiskampf verlagert sich immer mehr ins Internet.“ Den Einkauf von alltäglichen Verbrauchsgütern wie z. B. Kaffeebohnen oder Waschmittel erledigen digitale Assistenten (u. a. „Dash-Buttons“).

Die Kunden fordern auch immer mehr Transparenz und wünschen sich etwa eine bessere Kennzeichnung bestimmter Inhaltsstoffe. In Großbritannien gibt’s bereits ein Ampelsystem für Lebensmittel, Frankreich führte 2017 den „Nutri Score“ ein – initiiert von der Regierung. Er erinnert an die Energieeffizienzkennzeichnung von Haushaltsgeräten. Ein grünes „A“ bedeutet: Das Produkt ist ausgewogen und gesund, „E“ in Rot heißt: Das Lebensmittel enthält zu viel Fett, Salz oder Zucker. In Intermarché-Filialen sollen bis Mitte nächsten Jahres schon 650 Produkte mit der Ampel gekennzeichnet sein. Hersteller optimieren ihre Lebensmittel bereits, um eine bessere Kennzeichnung zu erzielen.

Auch viele deutsche Verbraucher wünschen sich gesündere Produkte

Rewe ließ im Frühjahr mehr als 100.000 Kunden über den Zuckergehalt eines Schokopuddings abstimmen: 45 Prozent der Probanden bevorzugten die Variante mit 30 Prozent weniger Zucker – und sorgten dafür, dass es jetzt nur noch diesen Pudding gibt. Bis 2020 sollen für alle relevanten Rewe-Eigenmarken Produkte mit reduziertem Zuckergehalt verfügbar sein – Molkereiprodukte, Eis, Cerealien und Getränke. Auch der Salzgehalt von Brot und Backwaren wird unter die Lupe genommen.Bei einer Umfrage unter 23.000 Konsumenten in 17 Ländern ermittelte das Marktforschungsinstitut GfK, was deutschen Konsumenten am wichtigsten ist: 43 Prozent der Befragten wollten gentechnikfreie Produkte, außerdem einen niedrigen Zuckergehalt (42 Prozent) und Lebensmittel aus der Region (37 Prozent). Gutes Essen darf auch mehr kosten. Dr. Wolfgang Adlwarth, GfKHandelsexperte: „Die Deutschen gaben im letzten Jahr deutlich mehr für Reisen oder Restaurantbesuche aus. Man gönnt sich gern etwas, und Erlebnisse liegen im Trend.“

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