Naar boven

„Diese Hitze!“ Wie oft dieser Stoßseufzer im vergangenen Jahrhundertsommer von Milchbauern gen Himmel geschickt wurde, ist nicht überliefert. Wohl aber, welch große Anstrengungen von ihnen und allen an der Lieferkette der Milch Beteiligten unternommen wurden, um den kostbaren weißen Rohstoff bei Außentemperaturen um 30 Grad kühl zu halten. Die Anforderungen sind da knallhart. Um die Vorgaben zu erfüllen, muss die Leistung der Kühltechnik so ausgelegt sein, dass die Milchmenge einer Melkzeit innerhalb von zwei Stunden nach dem Melkende auf 4 Grad Celsius heruntergekühlt werden kann. Wird die Milch schon während des Melkens gekühlt, erreicht die Milch kurz nach dem Melken die vorgeschriebene Lagertemperatur von weniger als 6 Grad Celsius. So schreiben es Bundes- und EU-Gesetz sowie auch unsere MLO vor. Das dient der Lebensmittelsicherheit und dem Verbraucherschutz sowie unserer Milchlieferordnung.

 

 

 

Um diese Werte zu erreichen und die uneingeschränkte Vermarktungsfähigkeit der Produkte, insbesondere im Export, zu gewährleisten, beschäftigt die DMK-Group 13 Fachberater, die von den Milchbauern kostenlos in Anspruch genommen werden können. Die Berater helfen, die Milchkühlung am Hof zu verbessern. Sie analysieren die Prozesse und zeigen Optimierungspotenziale auf. Das beginnt schon bei der Standortwahl der Kühlaggregate. Im Freien sollen diese nicht in der Nähe des Kraftfuttersilos, sondern eher frostgeschützt unter einem Dach stehen. Sind sie im Inneren installiert, ist ein Raum mit Frischluftzufuhr besser als eine Milchkammer. Denn gerade im Sommer sind da die Raumtemperaturen extrem hoch, sodass das Aggregat den Kühlprozess kaum schaffen kann. Ebenso wichtig sind Berechnungen des Fachmannes für den Stromverbrauch, wie viel Leistung pro Stunde die Kühlung bei wie viel Litern Milch haben muss. Wenn alle zwei Tage der Milchsammelwagen zu den Höfen kommt, ist dort die Milch auf unter 6 Grad Celsius gekühlt. Mit Anhänger fassen diese „Thermoskannen auf Rädern“ 24.000 Liter, die unversehrt in die Molkerei gebracht werden. Dort darf die Kühlkette nicht abreißen. Sind die einzelnen Verarbeitungsstufen durchlaufen und die Milch abgefüllt, wird sie bei 4 bis 5 Grad Celsius bis zum Versand im Kühllager der Molkerei gelagert.

 

 

 

Für den weiteren Weg zum Endverbraucher sind ebenfalls Temperaturen vorgeschrieben. Diese betragen zwischen + 2 und + 7 Grad Celsius für Transport und Lagerung. Mit sogenannten Kühldatenloggern wird überwacht, ob die Kühlkette eingehalten wird. Längst können so Daten wie Betriebszustand, Temperatur und Temperaturverläufe per Echtzeit online verfolgt werden. Das ist, um im Bild zu bleiben, doch absolut cool.

 

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