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19.06.2019

Vertreterversammlung: DMK Group stellt stabiles Jahresergebnis 2018 und Leitbild 2030 vor

Die DMK Group blickt auf ein stabiles Geschäftsjahr 2018 zurück. Gleichzeitig will sich Deutschlands größtes Molkereiunternehmen in der Nahrungsmittelindustrie mit langfristiger „Vision 2030“ für die kommenden Jahre rüsten.

Bremen/ Hannover, 19. Juni 2019. Die DMK Group, größte deutsche Molkereigenossenschaft und mit Marken wie Milram, Humana, Uniekaas oder Alete einer der größten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels, baut weiter an der DMK der Zukunft: Die im Sommer 2017 eingeleitete Neuausrichtung des Molkereiunternehmens hin zu einem klar kunden- und konsumentenorientierten Lebensmittelhersteller spiegelt sich in den stabilen Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Ingo Müller

Molkereichef Ingo Müller präsentierte am Mittwoch in Hannover auf der ordentlichen Vertreterversammlung der Eigentümerseite, der Genossenschaft Deutsches Milchkontor eG, einen Umsatz in 2018 von 5,6 Mrd. Euro (2017: 5,8 Mrd. Euro) nahezu auf Vorjahresniveau, das Ergebnis verbesserte sich leicht auf 30,6 Mio. Euro (2017: 29,6 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote ist mit 30,9 Prozent (2017: 31,1 Prozent) stabil.

CEO Ingo Müller erläutert weitreichenden Wandel
Ernährungstrends verändern sich - und zwar schneller als erwartet. Themen wie Nachhaltigkeit in Tierwohl und Umweltschutz, Trends, Regionalität oder Convenience - Schlagwörter, die dieser Tage fallen, wenn es um Lebensmittel geht. Um derartige Entwicklungen zukünftiger schneller in die Organisation zu bekommen, plant das Deutsche Milchkontor (DMK) eine langfristige „Vision 2030“ mit einem für seine sechs Geschäftsfelder übergreifendem Leitbild: Deutschlands größte Molkereigenossenschaft soll sich weiter zu einem stark Markt- & Konsumentenorientierten Unternehmen entwickeln. Der 2017 eingeleitete Umbau des Unternehmens soll dabei weiter voran getrieben werden.

Ingo Müller: »Ein wesentlicher Faktor beim Wandel ist Zeit. Wir wissen, dass die DMK die Leidensfähigkeit ihrer Landwirte in der Vergangenheit oft strapaziert hat. Gleichwohl wissen wir, dass ein so fundamentaler Umbau, wie wir ihn derzeit vornehmen, nicht über Nacht greift. Neben den grundlegenden organisatorischen Maßnahmen eines der größten deutschen Lebensmittelhersteller ist die Neuausrichtung vor allem auch ein massiver Wandel in der Unternehmenskultur. Bei beiden Faktoren haben wir einen ambitionierten Plan, den wir aber auch mit der gebotenen Sorgfalt umsetzen müssen, um die volle Leistung der DMK entfalten zu können. Die erste Phase, die auch durch Investitionen in die Zukunft geprägt war, ist nahezu abgeschlossen. Jetzt geht es darum, gezielt die Effekte einzufahren.« 

Müller macht wesentliche Veränderungen des Unternehmens in sechs zentralen Punkten aus: 

  1. »Den Verbraucher in den Mittelpunkt zu stellen, von seinen Wünschen und Bedürfnissen aus zu denken, das wird unsere oberste Maßgabe. Dementsprechend haben wir unser neues Leitbild formuliert. Wir vertiefen zukünftig noch viel stärker unser Konsumentenverständnis und sprechen individuelle Generationen gezielt an. In jeder Lebensphase und zu jedem Bedürfnis haben wir schon heute nahezu für jeden ein Angebot im Sortiment. Das werden wir weiter zu unserer wesentlichen Stärke ausbauen und daran gezielt arbeiten. Unsere neue Vision 2030 „Die erste Wahl, ein Leben lang.“ fasst für mich perfekt zusammen, was wir mit unserem Sortiment zukünftig anbieten: In ausgewählten Sortimenten die klare Nummer eins für den Verbraucher«, so Müller zum obersten Ziel.
     
  2.  »Wir fokussieren unser Sortiment dazu zunehmend durch den Rückzug aus ausgewählten Geschäftsfeldern und die Definition von klaren Rollen je Geschäftsfeld. Wo investieren wir, wo können wir wachsen. Wo gilt es, das Geschäft mit klaren Maßnahmen so zu gestalten, dass wir auch dort, wo nicht per se Marktwachstum anzutreffen ist, Geld verdienen können.«, lautet Müllers Marschroute „Wertschöpfung vor Wachstum“. 
     
  3. Die DMK Group verändert ihre Positionierung vom reinen Volumenspieler in der Milchwirtschaft zum Anbieter „für ausgewählte Produkte natürlichen Ursprungs“. »Dabei wird weiter mit großem Abstand Milch unser Rohstoff Nummer Eins sein.«, unterstreicht Müller. 
     
  4. Daneben will er die internationalen Aktivitäten weiter schärfen, hier sei der organisatorische Umbau der letzten Jahre noch nicht weit genug gegangen. »Wir betrachten Europa als unseren Heimatmarkt und konzentrieren die Expertise hier zukünftig in den richtigen Business Units.« Marke in Europa findet in der BU Brand statt, Handelsmarke auf europäischen Boden wird durch die BU Private Label organisiert. Also klar marktorientiert - die großen Handelsketten sind längst europäisch aufgestellt. Mit der neuen Aufstellung kann DMK hier als kompetenter Partner auftreten.
     
  5. Über die Grenzen Europas hinaus hat die Business Unit International jetzt die Kapazitäten, die Bearbeitung des außereuropäischen Geschäfts klar zu strukturieren. »Außerhalb Europas werden wir klare Schwerpunkte setzen. Regionale Stützpunkte in Russland, China oder Nigeria mit lokalen Teams sind für uns wirkungsvoller, als der reine Export aus Deutschland heraus. Ein klassischer Export macht in ausgewählten Ländern ergänzend Sinn, in denen wir auch mit entsprechenden Volumen unterwegs sind. Wir können uns nichts davon kaufen, wenn wir nur die Anzahl der Exportmärkte zählen«, so Müller. Entsprechende Maßnahmen zur neuen Aufteilung des internationalen Geschäfts sollen in den kommenden Monaten angestoßen werden.
     
  6. Ernährungstrends verändern sich - und zwar schneller als erwartet. Was ist mit angrenzenden attraktiven Getränke- und Lebensmittelsegmenten, die neben Milchprodukten ein zukünftiges Standbein ausmachen können? Was ist mit pflanzenbasierten Alternativen? »Das darf für ein traditionelles Unternehmen wie der DMK zukünftig kein No-Go sein.«, erklärt Müller. »Wer sich die weltweiten Entwicklungen anschaut, der merkt recht schnell zwei Dinge. Zum einen ist mit Milch alleine die steigende Bevölkerungszahl irgendwann nicht mehr zu ernähren, zum anderen suchen Konsumenten schon heute aus verschiedensten Gründen nach Alternativen. Das auszublenden wäre fahrlässig.«, gibt er eine klare Einschätzung. »Wir werden hier gezielt vorgehen - innerhalb der Business Unit Brand werden sich die Kollegen in den kommenden Monaten sehr genau anschauen wo und wie wir uns auf diesem Feld aufstellen.« 

Dr. Frank Claassen übernimmt CFO-Position
Dr. Frank Claassen wird neuer Chief Financial Officer (CFO) bei der DMK Group. Er folgt auf Volkmar Taucher (62), der seinen Posten im Rahmen einer geplanten Nachfolge zum 1. Juli 2019 übergeben wird. Der 54-Jährige gilt als ausgewiesener Finanzexperte. Er kommt von der Beiersdorf AG, wo er zuletzt als Vice President Finance Europe tätig war. 

Heinz Korte, Aufsichtsratsvorsitzender der DMK im Rahmen der Vertreterversammlung: „Wir danken Volkmar Taucher für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und seine langjährigen wertvollen Beiträge für die DMK. Er hat die Entwicklung der Gruppe in den letzten Jahren maßgeblich mitgeprägt. Wir freuen uns mit Dr. Frank Claassen einen äußert erfahrenen Manager für diese Position gewonnen zu haben. Mit seinen Erfahrungen wird er die DMK Group auf dem weiteren Weg der Neupositionierung bereichern.“