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DMK im Wandel

Wenn Milch zu Trinkwasser wird

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19.03.2021
Im Sommer 2020 wurde in einigen deutschen Kommunen das Wasser knapp. Nicht erst seitdem ist klar, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource ist.

In den vergangenen Jahren wurden in der gesamten DMK Group unterschiedlichste Maßnahmen initiiert, durch die der Frischwasserverbrauch von Deutschlands größter Molkereigenossenschaft um 5,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 gesenkt werden konnte. Möglich war dies, weil kontinuierlich Produktions- und Reinigungsprozesse optimiert und unter anderem Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Brüden identifiziert wurden. So auch am Standort Edewecht, wie Lars Dammann, Leiter Arbeitssicherheit und Umwelt erläutert: „Für uns ist Wasser auch ein essentielles Thema der Standortsicherung. Deshalb arbeiten wir an allen Stellen daran, unseren Verbrauch kontinuierlich zu senken und die Ressourcen zu schonen.“

 

Um diese Anstrengungen weiter zu verstärken, führen der Oldenburgisch-Ost-friesische Wasserverband (OOWV) und DMK jetzt im Rahmen der EU-Forschungsinitiative „B-WaterSmart“ eine Fallstudie durch. Gemeinsam suchen sie nach Möglichkeiten, den Trinkwasserverbrauch in bestimmten Bereichen der Wirtschaft zu senken – oder neue Wege zu finden, Trinkwasser zu gewinnen. Am DMK-Standort in Edewecht geht es darum, das Wasser, das bei bestimmten Verarbeitungsprozessen aus der Milch extrahiert wird, zu Wasser in Trinkwasserqualität aufzubereiten und wiederzuverwenden. „Wir sehen in der Nutzung des aufbereiteten Wassers ein großes Potenzial, den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren und so die Grundwasser-Ressourcen zu schonen”, sagt Oliver Horstmann, der Gewässer- und Umweltschutzbeauftragte am Standort Edewecht ist. Dort soll gemeinsam mit einem Anlagenbauer eine entsprechende Pilotanlage entwickelt und betrieben werden. Das Ziel des Projektes muss es sein, ein so gesichertes Verfahren zu entwickeln, dass das aufbereite Wasser den Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht und somit als Trinkwasserersatz in den Prozessen der Molkerei unbedenklich wieder-verwendet werden kann, so Horstmann. Gemeinsam mit den Projektpartnern will er beweisen, dass dieses ambitionierte Vorhaben technisch umsetzbar ist. Gelingt das, sieht er die Möglichkeit, das Verfahren an DMK-Standorten mit einer Trocknung anzuwenden. Bereits im Sommer wurde das DMK-Werk in Edewecht mit seinem Maßnahmenpaket zur Steigerung der Energieeffizienz inklusive der Neuorganisation und Optimierung sämtlicher Wärmeprozesse zum Leuchtturmprojekt der Deutschen Energie-Agentur erklärt. Die Initiative „B-WaterSmart“ ist Teil des EU-Programms „Horizon 2020“ und mit 15 Millionen Euro budgetiert, ein Fünftel davon fließt nach Deutschland. Insgesamt arbeiten in den kommenden vier Jahren 36 Projektpartner aus acht Ländern mit.

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