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Pflanzliche Proteine als Ergänzung

Pflanzliche Alternativen sind mittlerweile ein Muss für jeden Lebensmittelhersteller. Eine Reihe neuer Produkte bereichern das Portfolio von DMK - ohne dem Milchsortiment Konkurrenz zu machen.

Egal ob aus Hafer, Soja, Erbsen oder Reis – die Auswahl an pflanzlichen Produkten wächst im Rekordtempo. Die Kategorie nimmt inzwischen einen festen Platz im Kühlregal ein. Für Landwirte mag das eine beängstigende Entwicklung sein – muss es aber nicht, wenn man sich aktiv damit beschäftigt.

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK kauft mittlerweile jeder dritte Haushalt in Deutschland pflanzliche Alternativen zu tierischen Proteinen.

Was bedeutet das für DMK? Die Produktion pflanzlicher Produkte ist ein absolutes Muss, um den Bedürfnissen der Konsumenten zu entsprechen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig dient die pflanzliche Linie aber nicht als Ersatz. Milch ist und bleibt das Hauptprodukt und der Kern von DMK. Der durchschnittliche Konsument von DMK-Produkten ist nicht vegan, gehört aber zur großen Masse der Ernährungsbewussten, die pflanzliche Alternativprodukte als Zusatz in ihrem Alltag integrieren.

In unserer 2019 vorgestellten „Vision 2030“ haben wir strategische Wachstumsfelder verankert. Mit der Produktion veganer Produkte widmen wir uns einem neuen Geschäftsfeld und werden als Lebensmittelhersteller die Ernährung der Zukunft nachhaltig mitgestalten.

Somit sind vegane Produkte aus DMK-Herstellung zukünftig ein Teil der Produktpalette. Anfang 2022 kommen gleich mehrere Konzepte, die es durch Marktforschung und Geschmackstests geschafft haben, auf den Markt: Schoko- und Vanillepudding, veganer Kakao, ein veganes Dessert und eine vegane Käsealternative.

Als größte Molkereigenossenschaft Europas wissen wir, wie pflanzbasierte Milchalternativen schmecken müssen und können unser jahrzehntelang aufgebautes Know-how genau dafür nutzen. So werden wir Anfang 2022 nicht nur bestehende, sondern auch neue Zielgruppen mit nachhaltigen und vielfältigen, veganen Produkten von höchster Qualität überzeugen können.

Soviel ist klar: Milch wird immer das Kerngeschäft dieses Unternehmens bleiben.

Dennoch steht DMK im Wettbewerb vor immer größeren Herausforderungen – national und auf dem Weltmarkt. Um hier weiter als aktiver Lebensmittelhersteller agieren zu können, ist es wichtig auf die Bedürfnisse der Konsumenten einzugehen und die erfordern eine erhebliche Erweiterung unseres Portfolios: Neben unserem Hauptprodukt Milch bieten wir in Zukunft daher auch pflanzliche Alternativen an.

Reaktion auf den Markt

Kunden, die sich für DMK entscheiden, kennen, lieben und schätzen Traditionsprodukte aus Milch von Kindheit an. Gleichzeitig öffnen sie sich immer mehr für die vegane Produktwelt. Laut einer Studie von ING Research/Euromonitor 2020 wird der Umsatz pflanzlicher Alternativprodukte im Jahr 2024 in der EU bei rund fünf Milliarden Euro liegen. Im vergangenen Jahr lag er noch bei knapp drei Milliarden Euro. Auch In Deutschland geht der Trend in diese Richtung, hier stieg der Umsatz veganer Kost innerhalb von vier Jahren um 87 Prozent. Besonders die Generation Z – die unter 30-Jährigen – verändern ihr Kaufverhalten, und darauf gilt es zu reagieren. Die Gründe dieser Ernährungstransformation liegen im weltweiten Bevölkerungswachstum, dem zunehmenden Ressourcenverbrauch, dem Klimaschutz, einem veränderten Gesundheitsbewusstsein und dem Geschmack. Auch das Thema Tierwohl spielt bei den Konsumenten eine immer größere Rolle.

Mehr Weitblick

DMK begreift diese Entwicklung nicht als Nachteil, sondern als Chance, die Produktpalette zu erweitern und neue Zielgruppen zu erschließen. Der Eintritt in das Geschäftsfeld der pflanzlichen Alternativen ist für uns naheliegend. Wir wollen diese Entwicklung mitgestalten, um unserer Vision ‚Die Erste Wahl. Ein Leben lang‘ gerecht zu werden.

Gut zu wissen: Fragen und Antworten zu unseren veganen Produkten

Warum beschäftigt sich die DMK als Molkereigenossenschaft mit pflanzlichen Alterativen?

Als Molkerei haben wir ein tiefes Verständnis von Geschmack, Qualität und Verarbeitung von Kuhmilch und können dieses auch auf alternative Produkte übertragen. Pflanzenbasierte Milchalternativen zielen auf ähnliche Konsumentenbedürfnisse ab wie Milchprodukte. Es liegt für uns also nahe, diese Entwicklung zu begleiten und als Lebensmittelhersteller auch in diesem Marktsegment die Ernährung der Zukunft mitzugestalten.

Was ist der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch?

Vegetarisch = fleischfrei

vegan = auf Basis von Pflanzen, frei von tierischen Erzeugnissen, kein Milcheinsatz

Per Definition der Verbraucherschutzministerkonferenz:

Vegan sind Lebensmittel, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine

- Zutaten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder

- Verarbeitungshilfsstoffe oder

- Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe, die auf dieselbe Weise und zu demselben Zweck wie Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden,

die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind.

 

Vegetarisch sind Lebensmittel, welche die Anforderungen des Absatzes 1 erfüllen, bei deren Produktion jedoch abweichend davon

1. Milch,

2. Kolostrum,

3. Farmgeflügeleier,

4. Bienenhonig,

5. Bienenwachs,

6. Propolis oder

7. Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle,

oder deren Bestandteile oder daraus gewonnene Erzeugnisse zugesetzt oder verwendet worden sein können.

Einer Auslobung als vegan oder vegetarisch stehen unbeabsichtigte Einträge von Erzeugnissen, die nicht den jeweiligen Anforderungen des Absatzes 1 oder 2 entsprechen, nicht entgegen, wenn und soweit diese auf allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen trotz geeigneter Vorkehrungen bei Einhaltung der guten Herstellungspraxis technisch unvermeidbar sind.

 

Wird vegan zertifiziert? Wie wird es zertifiziert?

Unsere veganen Produkte werden von der unabhängigen V-Label GmbH, mit Sitz in der Schweiz zertifiziert. Um das Vegan-Zertifikat zu erhalten, müssen wir V-Label gegenüber nachweisen, dass unsere Produkte ausschließlich vegane Zutaten enthalten und auch für die Produktion keine tierischen Hilfsstoffe verwendet werden. Die V-Label GmbH prüft dabei jedes Produkt einzeln und gibt dann die Freigabe für die Verwendung des Vegan-Labels auf der Verpackung. Zusätzlich zur Prüfung der Produkte wird auch jedes unserer Werke, in dem wir vegane Produkte herstellen, durch V-Label auditiert.

Wo und wie werden die Produkte produziert?

Käse-Alternativen:

Der vegane Käse wird ab Sommer 2022 im Werk Edewecht in einem neuen eigenständigen Produktionsbereich mit neuer Anlagentechnologie produziert.

 

Milch-Alternativen:

Im Bereich der pflanzlichen Alternativen der weißen Linie sind wir stolz darauf, dass unsere aktuellen Produktvorhaben an unseren eigenen Standorten in Erfurt und Zeven produziert werden.

Wie definiert DMK die Nachhaltigkeit des Rohstoffs?

DMK legt großen Wert auf eine verantwortungsbewusste Beschaffung und geht bei Ansprüchen in Hinblick auf Qualität und Sicherheit keine Kompromisse ein. Die Nachhaltigkeit der Rohstoffe wird anhand sozialer und ökologischer Anforderungen definiert, z. B. die Klima- und Umweltwirkung (Wasser, Biodiversität, Energie), aber auch die Einhaltung von sozialen Standards sowie faire Lieferantenbeziehungen.

Was wir machen.

Unsere Kompetenzen im Überblick