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Aus dem Ehren­amt

Thomas Stürtz und Heinz Korte

Der CEO
Coronajahr

Das Corona-Jahr hat alle stark gefordert. Gerade bei der Sicherstellung der Ernährung kam den Landwirten dabei eine besondere Rolle zu. Gleichzeitig stehen sie einer Vielzahl an Anforderungen aus Politik, Gesellschaft und Handel gegenüber. Auch Thomas Stürtz und Heinz Korte erleben diese Herausforderungen tagtäglich in ihren eigenen Betrieben. Hier geben Sie einen Überblick über das vergangene Geschäftsjahr und die wichtigen Weichenstellungen für die DMK Group

Das vergangene Jahr war für die gesamte Milchwirtschaft eine enorme Herausforderung. Auf der einen Seite hat die Corona-Pandemie viele Entwicklungen beschleunigt und den generellen Wandel der Konsumentenwünsche hin zu qualitativ hochwertigen Produkten, die im Einklang mit Tier und Natur produziert werden, rasant vorangetrieben. Andererseits hat gerade diese Zeit auch gezeigt, was wir als DMK Group gemeinsam im Stande zu leisten sind.

Als Deutschlands größte Molkereigenossenschaft ist die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln unser klarer Auftrag. Doch obwohl auch wir auf den Höfen sowie die Mitarbeiter in den Werken und der Verwaltung von den Auswirkungen des Virus betroffen waren, haben wir unsere Verantwortung in der Hochzeit der Krise trotzdem erfüllt. Wir haben unsere Molkerei weiterhin mit hochwertiger Milch versorgt, damit sie daraus vielseitige Produkte herstellen konnte und so die Regale in den Supermärkten für die Konsumenten immer gefüllt waren.

Das vergangene Jahr hat damit eindrucksvoll unterstrichen, wie „systemrelevant“ der Ernährungssektor wirklich ist. Aber es hat auch gezeigt, dass Ernährung kein Selbstläufer ist. Denn: Landwirte ernähren die Bevölkerung. Das hatten viele Verbraucher und Politiker kaum mehr im Bewusstsein, weil es für uns in Europa rund um die Uhr nahezu alles sofort und im Überfluss gibt. Doch als internationale Warenflüsse ins Stocken gerieten, Supermarktregale nahezu leergefegt und Einkaufsmengen teilweise rationiert wurden, ergab sich ein vollkommen anderes Bild. Wir Landwirte produzieren die „Mittel zum Leben“. Und wir sind stolz, innerhalb der DMK unseren Teil dazu beizutragen, dass die Menschen gut durch diese Zeit kommen. Unsere Arbeit ist dabei mit hohem Engagement, Einsatz und Kosten verbunden. Denn auch losgelöst von Corona stehen wir einer Vielzahl Anforderungen gegenüber, die wir erfüllen müssen und auch erfüllen wollen. Damit wir diesen Weg nachhaltig weitergehen können, muss dieser Aufwand jedoch über die gesamte Lieferkette hinweg entsprechend wertgeschätzt und entlohnt werden. Das sollte jedem klar sein, der darüber redet und Veränderungen fordert – ob Verbraucher, Politiker oder Einkäufer im Handel. Die Kosten und der Aufwand für die notwendigen Veränderungen müssen auf alle Schultern verteilt werden. Oft bleiben Sie noch bei uns Landwirten hängen.

Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt auch als gesamte Branche mit einer Stimme sprechen. Deshalb war die Entscheidung der deutschen Molkereien für eine neue, gemeinsame Branchenkommunikation ein großartiger Erfolg und eine wichtige Weichenstellung für uns alle. Wir müssen den Menschen aktiver zeigen, wer wir sind, wofür wir stehen und was wir leisten.  Denn in der Vergangenheit hat es unsere Milch zwar in die Kühlschränke geschafft, aber immer weniger in die Köpfe der Verbraucher – vor allem bei jüngeren Menschen. Deshalb müssen wir sie mit einer gemeinsamen Kommunikationsstrategie in den Kanälen abholen, auf denen sie sich aufhalten und uns als Milchwirtschaft authentisch präsentieren. Die Auswirkungen der Corona-Krise machen das mehr als deutlich. Doch mit der Rückkehr zu Alltagsritualen wie dem gemeinsamen Kochen, dem Abendessen mit der gesamten Familie und einer gesunden Ernährung mit natürlichen Zutaten gehen für uns auch Chancen einher. Zukünftig werden wir als Milchbranche deshalb mit einer kraftvollen Stimme im Dialog mit Konsumenten, Politik und Medien stehen.

Zusätzlich haben wir im vergangenen Jahr ein zentrales Thema auf unseren Höfen und in unserer Genossenschaft adressiert. Ende September haben wir mit „Fixed Price“ unser eigenes Modell zur Festpreisabsicherung eingeführt und ergänzen damit unser klassisches Grundpreis-Modell. Hier haben wir einen Meilenstein in der Aktualisierung unserer Lieferbeziehungen erreicht. Unsere Festpreisabsicherung bietet Planungssicherheit und verringert das Liquiditätsrisiko der teilnehmenden Landwirte. Die DMK Group kümmert sich dabei um die Absicherung der Festpreise. In Zusammenarbeit mit etablierten Brokern und der Börse können so bis zu 30 % der durchschnittlichen monatlichen Milchmenge über DMK an der Warenterminbörse zu einem garantierten Preis angeboten werden. Die Prozesse sind sicher und werden durch Wirtschafts- und Finanzprüfer eng begleitet.

 

Dass wir uns dem gesellschaftlichen Wandel als DMK Group stellen, haben wir im Jahr 2020 unter Beweis gestellt. Auch wenn Corona für uns alle unerwartet und plötzlich kam, haben wir uns der Situation nicht einfach ergeben, sondern mit umsichtigem und verantwortungsvollem Handeln aktiv gegengesteuert. Die in den vergangenen Jahren umgesetzten Maßnahmen haben uns dazu in die Ausgangsposition versetzt, die es uns jetzt ermöglicht hat, so flexibel zu reagieren.

Als milchverarbeitende Genossenschaft von Landwirten erwirtschaftet die DMK Group die Erträge für ihre bäuerlichen Betriebe. Auch wenn das allgemeine Preisniveau für Rohmilch 2020 bei weitem nicht auf einem Level lag, dass damit die im Bericht skizzierten notwendigen Investitionen auf den Höfen vollumfänglich abgedeckt und finanziert werden können – die DMK konnte sich im vergangenen Geschäftsjahr dem allgemein rückläufigen Auszahlungs-Trend entziehen. Wir haben so unser Etappenziel erreicht, mit 32,05 Cent/kg einen Auszahlungspreis auf dem durchschnittlichen Niveau unserer Vergleichsmolkereien zu zahlen.

Im laufenden Jahr 2021 zeichnet sich zudem eine positive Markt-Entwicklung ab: die Milchpreise für Molkereiprodukte steigen, die Märkte erwarten bessere Bedingungen. Unser Ziel ist daher klar, wir wollen steigende Preise durchzusetzen. Im gesamten Unternehmen haben wir uns intern effizienter aufgestellt und sparen Kosten.

Dennoch dürfen wir uns nichts vormachen: Die Herausforderungen werden auch 2021 nicht abnehmen. Ob Corona, Klimawandel, veränderte Ernährungsgewohnheiten, Tierschutz und politische Veränderungen – auf alles werden wir Antworten finden müssen. Wir haben als DMK in den letzten Jahren gelernt nach vorne zu denken und gemeinsam nach vorne zu agieren – mit mehr Tempo und Entschiedenheit. Das ist unser Weg und den wollen wir gemeinsam weitergehen.

 

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