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Interview mit Herrman Köster

Zum Thema: Corona-Taskforce

Hermann Köster leitet das Supply Chain Management der DMK Group. Als verantwortlicher für die Lieferketten von Deutschlands größter Molkereigenossenschaft  ist er auch für das zentrale Krisenmanagement zuständig. In diesem Rahmen hat Köster die Führung der Corona TaskForce übernommen und manövriert den Krisenstab seitdem durch die Pandemie.

Noch Anfang 2020 hätte niemand gedacht, dass eine Pandemie unsere Welt so schnell verändern könnte. Wie ist DMK mit dem plötzlichen Wandel zurechtgekommen?

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir wirklich schnell reagiert und eine eigene Corona-TaskForce gebildet. Im ersten Lockdown im März 2020 hat sie sich vor allem darum gekümmert, die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden zu treffen und damit auch die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Gemeinsam mit unseren Landwirten haben wir deshalb kurzfristig Maßnahmen eingeleitet, damit die Milch von den Höfen auch unter Corona-Bedingungen abgeholt werden kann.

Neben der Einführung von erhöhten Hygienemaßnahmen gehörten dazu auch ein klarer Verhaltenskodex und ein weitgreifendes Besuchs- und Reiseverbot. Meetings haben wir auf ein absolutes Minimum reduziert. Die für Verwaltungstätigkeiten parallel eingeführte spontane Telearbeit hat sehr gut funktioniert und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten seither so weit möglich von zu Hause aus, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Wir mussten unsere Warenströme flexibel auf diese Marktveränderungen ausrichten. Während die Nachfrage in der Gastronomie deutlich geringer war, stieg sie im LEH enorm an. Um auf diese Marktentwicklungen schnell reagieren zu können, führen wir bis heute tägliche Abstimmungen mit der Konzernleitung und den Leitern der Business Units. Dadurch sind wir sehr eng am Markt und entscheiden täglich notwendige Anpassungen.

An diese erste Welle werden wir uns alle noch lange erinnern. Aber wie ging es danach für Sie weiter?

Ja, während der ersten Welle haben wir viele Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie gesammelt – gerade, weil anfangs vieles noch so ungewiss war und sich die Situation ständig und auch schnell verändert hat, Das hat uns bei den weiteren Entscheidungen geholfen und wir haben versucht, vorausschauend und mit Augenmaß zu agieren. Schon vor dem zweiten Lockdown haben wir also nochmals unsere Hygienemaßnahmen auf die aktuellen Entwicklungen in allen Bereichen überprüft und, da wo es erforderlich war, noch einmal verstärkt. Parallel dazu haben wir uns weiter auf die Absicherung der Lieferketten fokussiert, um unsere Kunden weiter zuverlässig mit Lebensmitteln versorgen zu können.

In dieser Zeit stellen vor allem die sehr unterschiedlichen Maßnahmen in den Bundesländern und das dynamische Infektionsgeschehen große Herausforderungen für uns dar. Wir wollten einheitliche Regeln für unsere DMK-Standorte festlegen, ohne dabei an Flexibilität zu verlieren. Eine weitere Herausforderung war, dass wir Standorte in verschiedenen Ländern haben. Auch hier galt es landesindividuell zugeschnittene Maßnahmen zu entwickeln, dabei aber alle im Unternehmen einheitlich zu informieren. Am Ende haben wir aber einen Weg gefunden, genau dies möglich zu machen und dabei transparent mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Landwirten und Eigentümern aber auch mit den für uns tätigen Dienstleistern und Lieferanten zu kommunizieren.

Rückblickend kann ich sagen, dass das bei aller Dynamik, die die Krise mit sich gebracht hat, bisher sehr gut funktioniert hat. Mittlerweile sind viele der im Frühjahr 2020 implementierten Maßnahmen und Verhaltensregeln bei allen fest verankert. Auch die von uns zur Verfügung gestellten wöchentlichen Selbsttests für alle Mitarbeiter werden sehr gut angenommen.

Woran, glauben Sie, liegt das?

Den Erfolg unserer Maßnahmen verdanken wir vor allem den Menschen in der DMK Gruppe. Sie haben die Entscheidungen der Corona TaskForce von Anfang an mitgetragen und sich für die Umsetzung stark gemacht. Ihre Solidarität war und ist entscheidend und ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bis heute im Sinne der Gemeinschaft handeln. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir bislang so gut durch die Krise gekommen sind. Deshalb bin ich sicher, dass wir diese Zeiten gemeinsam meistern, bis die Normalität endlich zurückkommt.

Eine letzte Frage zum Abschluss: Was war für Sie die wichtigste Erfahrung in 2020?

Ich bin sehr froh über all die Dinge, die wir in diesem Jahr möglich machen konnten, einfach indem wir uns der Krise mit Mut entgegengestellt haben. Das war eine tolle Erfahrung. Und es ist wirklich gut zu wissen, was wir gemeinsam alles meistern können und wir den Satz „Wir sind DMK“ tagtäglich mit Leben füllen. Das und unsere umfangreiche Vorbereitung auf verschiedenen Szenarien stimmen mich trotz anhaltender Pandemie wirklich positiv.