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Nachhaltigkeit spielt in der Produktion von Milchprodukten eine zentrale Rolle. Wichtige Faktoren sind der Verbrauch der in den Werken genutzten Energie, die Optimierung des Wasserverbrauchs, die Abwasserentsorgung und- wiederaufbereitung und die Einhaltung der Richtlinien für die Werksemissionen. Diese Faktoren werden durch die ISO 14001 und 50001 strukturiert und systematisch durch ein akkreditiertes Unternehmen zertifiziert.

Wasserverbrauch reduzieren

Wasser ist ein wichtiger Bestandteil der Produktion. An unseren DMK Standorten werden nur etwa 1,12 l Wasser (2019) pro verarbeitetem Kilo Rohmilch verbraucht. Damit grenzt sich die DMK Group vom deutschlandweiten Durchschnitt aller Molkereibetriebe ab – und zwar deutlich. Dieser lag laut der Umfrage „Wasser/Abwasser 2017“ des Milchindustrie-Verbands (MIV) bei rund 2,05 l/kg. Dieser positive Trend hält nun schon einige Jahre an und zeigt deutlich, wie gut wir in diesem Bereich aufgestellt ist. Die Reduktion beim Wasserverbrauch hat selbstverständlich auch eine Einsparung beim Abwasser zur Folge. (hier Verlinkung auf den Geschäftsbericht)

Die Einsparungen im Wasserverbrauch sind durch verschiedene Einzelmaßnahmen in unseren Werken begründet.

Trinkwasser aus Milch gewinnen? Das geht.

Im Rahmen der Initiative „B-WaterSmart“ beschreitet der DMK-Standort Edewecht neue Wege, um den Wasserverbrauch zu senken.

Im Sommer 2020 wurde in einigen deutschen Kommunen das Wasser knapp. Nicht erst seitdem ist klar, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource ist. Deshalb führen der Oldenburgisch-Ost-friesische Wasserverband (OOWV) und DMK im Rahmen der EU-Forschungsinitiative „B-WaterSmart“ eine Fallstudie durch. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, den Trinkwasserverbrauch in bestimmten Bereichen der Wirtschaft zu senken – oder neue Wege zu finden, Trinkwasser zu gewinnen.

 

Am DMK-Standort in Edewecht geht es darum, Brüden erstmalig zu einem Trinkwasserersatz aufzubereiten. Brüden fallen in vielen Molkereien beispielsweise bei der Eindampfung von Milch an. Die Kondensate ähneln destilliertem Wasser, sie sind jedoch mit organischen Verunreinigungen belastet.

„Wir sehen in der Nutzung des aufbereiteten Wassers ein großes Potenzial, den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren und so die Grundwasser-Ressourcen zu schonen”

Oliver Horstmann, Gewässer- und Umweltschutzbeauftragte am Standort Edewecht

Gemeinsam mit einem Anlagenbauer soll eine entsprechende Pilotanlage entwickelt und betrieben werden. Ziel des Projektes ist es, ein so gesichertes Verfahren zu entwickeln, dass das aufbereite Wasser den Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht und somit als Trinkwasserersatz in den Prozessen der Molkerei unbedenklich wiederverwendet werden kann. Gelingt der Beweis, dass dieses ambitionierte Vorhaben technisch umsetzbar ist, soll das Verfahren zukünftig an DMK-Standorten mit einer Trocknung angewendet werden.

 

Die Initiative „B-WaterSmart“ ist Teil des EU-Programms „Horizon 2020“ und mit 15 Millionen Euro budgetiert, ein Fünftel davon fließt nach Deutschland an verschiedene Projektteilnehmer. Insgesamt arbeiten in den kommenden vier Jahren 36 Projektpartner aus acht Ländern mit.

 

Energieverbrauch senken

Das Energiemanagement ist bei DMK Teil des Integrierten Managementsystems. Alle Standorte sind nach ISO 50001 zertifiziert, der weltweit gültigen Norm für systematisches Energiemanagement, und entsprechen damit höchsten Anforderungen an den verantwortungsvollen Umgang mit Energie.

Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch kontinuierlich durch mehr Energieeffizienz in den Werken zu senken. Dies ist uns mit einem Minderverbrauch von ca. 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr erneut gelungen.

 

Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ arbeitet das Energiemanagement der DMK an Möglichkeiten, in Zukunft die Energie energiewirtschaftlicher und netzdienlicher zu gestalten. Im Teilprojekt „SynErgie“ treiben wir entscheidende Modellrechnungen voran, die Aufschluss darüber geben, wie einzelne Produktionsprozesse und -anlagen flexibel und rentabel in den Energiemarkt einbezogen werden können.

Auch in der Praxis konnten wir dieses Wissen schon in unserem Werk in Edewecht in einem Demonstrationsmodel anwenden. Des Weiteren ist eine Integration von Kältelager in das Gesamtmodel geplant.

Das Energiemanagement der DMK Group wird nun in einer zweiten Förderphase drei weitere Jahre an der Flexibilität im Bereich von Kälteanlagen. Zu diesem Zweck werden ab 2020 mehrere Werke auf mögliche Potentiale zur Optimierung überprüft.

 

Kohlendioxid einsparen

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Einer von verschiedenen Möglichkeiten ist der Betrieb des Biomasse-Heizwerks am Standort Waren. Hier wird zur Herstellung von Prozessdampf Biomasse (Holzhackschnitzel) als Alternative zu fossilen Energieträgern eingesetzt.

Die verwendete Biomasse besteht nur aus naturbelassenen Hölzern. Diese sind Holz- und Holzbestandteile, die in landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Gartenbaubetrieben oder im Rahmen der Landschaftspflege anfallen, wie beispielsweise Baum- und Strauchschnitt, Durchforstungsholz und Waldrestholz. Jährlich kann maximal eine Brennstoffmenge von ca. 8100 to genutzt werden.

Die Verbrennung des Holzes erfolgt in der Feuerungsanlage. Die im Feuerungsraum entstehenden Rauchgase werden über eine nachgeschaltete Kesselanlage zur Dampferzeugung genutzt. Der erzeugte Dampf wird als Prozessdampf den Produktionsbereichen zur Verfügung gestellt.

Verglichen mit fossilen Brennstoffen wie Gas vermeidet der Standort damit jährlich den Ausstoß von ca 2500 to (je nach Produktauslastung) des Klimagases CO2.

Wie wir handeln.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe